Absichtserklärung unterzeichnet

Zwei Volksbanken im Altkreis Bersenbrück planen Fusion

Verschmelzung angestrebt: Aus der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück und der Volksbank Osnabrücker Nordland soll die „VR-Bank im Osnabrücker Nordland“ werden. Diese Pläne stellten Franz-Josef Morhaus, Ralf Stolte, Karl Hülsmann, Reinhard Lewandowski, Ulrich Geers und Herbert Niemann (von links) vor.

Text und Foto: Christian Geers

Die Aufsichtsräte und Vorstände beider Banken haben jetzt in Neuenkirchen eine Absichtserklärung unterzeichnet. Erste Gespräche über die geplante Verschmelzung seien seit 2014 geführt worden, wie Herbert Niemann und Reinhard Lewandowski, Vorstandsmitglieder der Volksbank Osnabrücker Nordland, und Franz-Josef Morhaus und Ralf Stolte, Vorstandsmitglieder der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück, in einem Pressegespräch mitteilten. Anfang März habe es ein erstes gemeinsames Treffen der Aufsichtsräte gegeben. Darin sei die unterzeichnete Absichtserklärung erarbeitet worden, so die Aufsichtsvorsitzenden Karl Hülsmann (VR-Bank im Altkreis Bersenbrück) und Ulrich Geers (Volksbank Osnabrücker Nordland).

„Gute Argumente“ für Verschmelzung

Die Gremien sind überzeugt, „gute Argumente“ für eine Fusion gefunden zu haben. „Wir agieren aus einer Position der Stärke heraus“, sagte Lewandowski. Die Banken seien in ihren Geschäftsgebieten gut positioniert, arbeiteten rentabel, hätten eine „hohe Marktdurchdringung“ und wiesen eine stabile Eigenkapitalbasis aus. „Wir sind leistungsstarke kunden- und mitgliederorientierte Banken.“ Soll heißen: Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Volksbank Osnabrücker Nordland und der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück mit der Warengenossenschaft Raiffeisen-Agrar als Zweigbetrieb sind geordnet.

Wettbewerb verschärft sich

Angesichts struktureller Veränderungen im Bankenwesen mit immer neuen regulatorischen und administrativen Anforderungen und eines sich verschärfenden Wettbewerbs hätten sich Vorstände und Aufsichtsräte beider Genossenschaftsbanken über eine Verschmelzung ausgetauscht. Allein die Volksbank Osnabrücker Nordland habe in den vergangenen Jahren eineinhalb neue Stellen für die von der Bankenaufsicht verordnete Regulierung geschaffen, so Reinhard Lewandowski. „Für kleinere Institute ist das irgendwann nicht mehr leistbar“, pflichtete ihm Ralf Stolte bei.

Durch die Fusion werde eine „leistungsfähige und zukunftsorientierte Bank“ entstehen, so Franz-Josef Morhaus. Das müsse den Mitgliedern und Genossen klargemacht werden. Er erinnerte an „die erfolgreichen Verschmelzungen der Vergangenheit“. Er selbst habe sechs Fusionen miterlebt. „Die kamen zur richtigen Zeit. Viele der Banken gäbe es heute sonst gar nicht mehr.“

Neue Bank hat 12.000 Mitglieder und 270 Mitarbeiter

Für Kunden und Mitarbeiter werde die Fusion keine Folgen haben. Alle Bankstellen und Warenstandorte blieben erhalten, alle Mitarbeiter würden übernommen. Die geplante „VR-Bank im Osnabrücker Nordland“ hat nach heutigen Zahlen rund 12 000 Mitglieder, rund 270 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von rund 540 Millionen Euro.

Mitglieder entscheiden Mitte 2018

Anfang September wollen die Banken ihre Mitglieder in den Generalversammlungen über den angestrebten Zusammenschluss informieren. „Wir können das in Ruhe vorbereiten, das ist ein Vorteil“, so Morhaus. Im Mai/Juni 2018 sollen die Mitglieder rückwirkend über die Fusion zum 1. Januar 2018 entscheiden. Dieser Beschluss erfordert eine 75-Prozent-Mehrheit.

Bericht im Bersenbrücker-Kreisblatt